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Das verschwindende Lactobacillus? Was die Revolution in der Probiotika-Nomenklatur für Ihr Etikett bedeutet

Veröffentlicht: 19. November 2025 | Autor: Tomasz Krawczyk

Wenn in der Zusammensetzung Ihrer Produkte – ob Nahrungsergänzungsmittel oder funktionelle Lebensmittel – der Name Lactobacillus aufgeführt ist, ist es Zeit für eine strategische Aktualisierung. Eine jüngere, grundlegende wissenschaftliche Neuklassifizierung hat die Welt der Probiotika auf den Kopf gestellt. Wer diese Änderungen ignoriert, setzt sein Unternehmen einem wachsenden Risiko aus.

Warum hat die Wissenschaft ihre Meinung geändert?

Die Gattung Lactobacillus war jahrelang eine äußerst breite Kategorie, die mehr als 260 Bakterienarten umfasste. Moderne genomische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass viele von ihnen nicht eng miteinander verwandt sind. Daher teilten Wissenschaftler diese eine, sehr große Gattung im Jahr 2020 in 25 kleinere und präzisere Gruppen auf.

Deshalb heißt Lactobacillus plantarum jetzt Lactiplantibacillus plantarum.

Wichtig: Es handelt sich lediglich um eine Namensänderung. Identität, Sicherheit und Wirksamkeit der Stämme selbst bleiben unverändert.

Der rechtliche Aspekt: Die Pflicht ergibt sich aus bestehenden Regeln

Es gibt keine neue Verordnung mit einer festen Frist. Die Pflicht zur Aktualisierung der Etiketten ergibt sich aus grundlegenden Prinzipien des EU-Lebensmittelrechts – der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011:

  • Art. 7: Verbot, Verbraucher hinsichtlich Identität und Zusammensetzung eines Produkts irrezuführen.
  • Art. 17 und 18: Pflicht zur Verwendung der „spezifischen Bezeichnung“ eines Bestandteils.

Die präziseste Bezeichnung ist der aktuelle wissenschaftliche Name, der unter anderem bereits von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verwendet wird.

Die Kontrollbehörden, etwa die Oberste Sanitärinspektion (GIS), gehen pragmatisch mit dem Thema um, doch der wissenschaftliche Standard steht bereits fest. Die weitere Verwendung eines veralteten Namens stellt ein zunehmendes rechtliches Risiko dar. Dies kann dazu führen, dass Etiketten bei Kontrollen beanstandet werden oder Probleme in den Beziehungen zu großen Handelsketten entstehen.

Wie reagiert der Markt?

Branchenführer – darunter Novonesis (früher Chr. Hansen), Sanprobi und Danone – haben die neuen Bezeichnungen bereits eingeführt. Die sicherste Lösung, die sich zum Marktstandard entwickelt, ist eine hybride Kennzeichnung:

Lactiplantibacillus plantarum (früher Lactobacillus plantarum)

Empfehlung

Um die Rechtskonformität sicherzustellen, das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten und künftige Probleme zu vermeiden, empfehlen wir, die Änderung beim nächsten Produktionszyklus oder bei der Bestellung neuer Verpackungen umzusetzen.

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