CBD: Die Geschichte zweier Regulierungsbehörden. Wie britischer Pragmatismus die EU-Bürokratie entlarvt.
Einleitung
In einem faszinierenden regulatorischen Experiment nach dem Brexit entwerfen das Vereinigte Königreich und die Europäische Union zwei radikal unterschiedliche Szenarien für die Zukunft von CBD. Während London mit chirurgischer Präzision einen Rahmen für einen sicheren und legalen Markt schafft, errichtet Brüssel eine bürokratische Mauer, die sowohl Verbrauchern als auch Innovationen schadet. Der Unterschied ist so frappierend, dass er an Satire grenzt.
Vereinigtes Königreich: Wissenschaft und gesunder Menschenverstand in der Praxis
Die britische Food Standards Agency (FSA), von den Fesseln der EU-Regulierung befreit, setzte auf Pragmatismus. Statt so zu tun, als gäbe es den Markt nicht, beschloss sie, ihn zu regulieren.
Schritt 1: Die öffentliche Liste
Die FSA erstellte eine Liste von fast 12.000 CBD-Produkten, die weiter verkauft werden durften, sofern ein glaubwürdiger Antrag auf Zulassung als „Novel Food“ eingereicht worden war. Dieser kluge Schritt verschaffte der Branche Luft und trennte seriöse Marktteilnehmer vom Rest.
Schritt 2: Konkrete Leitlinien
Auf Grundlage der verfügbaren Daten legte die FSA eine vorläufige akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) von 10 mg CBD fest. Das ist ein klarer, wissenschaftlich begründeter Maßstab für die Sicherheit.
Schritt 3: Positive Entscheidungen
Ab 2024 begann die FSA, positive Sicherheitsbewertungen für Anträge abzugeben, darunter auch für das wichtige EIHA-Konsortium. Die ersten vollständigen Produktzulassungen wurden bereits für das Frühjahr bzw. den Sommer 2025 erwartet.
Das Ergebnis? Planbarkeit, wachsendes Verbrauchervertrauen und ein klarer Weg zu einem vollständig legalen Markt im Wert von mehreren Milliarden Pfund.
Europäische Union: Lähmung durch Analyse
Auf der anderen Seite des Ärmelkanals zeigt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterdessen, wie man Innovation im Namen einer falsch verstandenen Vorsicht abwürgt.
Die Entscheidung: „Anhalten der Uhr“
Im Juni 2022 setzte die EFSA die Bewertung aller mehr als 190 CBD-Anträge auf unbestimmte Zeit aus und verwies auf „Datenlücken“ und „Unsicherheiten“. Die Uhr steht weiterhin still.
Regulatorische Absurdität
Die größte Kuriosität besteht darin, dass die EFSA eine umfangreiche Datenbasis aus klinischen Studien am Menschen ignoriert, die von einem auf CBD basierenden Arzneimittel stammt, das von einer anderen EU-Agentur (EMA) zugelassen wurde: Epidyolex.
Die EMA hielt diese Daten für ausreichend, um Kindern CBD in therapeutischen Dosen zu verabreichen. Für die EFSA sind sie jedoch für die Bewertung der Sicherheit in Lebensmitteln wertlos. Das ist keine Wissenschaft, sondern ein bürokratisches Theater.
Die Folge: Ein gefährlicher grauer Markt
Statt Verbraucher zu schützen, drängt die EU-Politik sie in die Arme eines unregulierten Marktes voller Produkte von zweifelhafter Qualität, mit verfälschter Zusammensetzung und möglichen Verunreinigungen. Im Namen der Beseitigung eines hypothetischen Risikos wurde ein reales und greifbares Risiko geschaffen.
Schlussfolgerungen
Der Kontrast ist brutal einfach. Das Vereinigte Königreich wählte den Weg der Regulierung und des Fortschritts und entwickelte sich zu einem globalen Zentrum für Innovationen im Bereich der Cannabinoide. Die Europäische Union entschied sich für Untätigkeit, schuf ein regulatorisches schwarzes Loch und überließ das Feld der Konkurrenz.
Häufig gestellte Fragen
Warum handelt die britische FSA bei CBD schneller als die EU-Behörde EFSA?
Die britische Food Standards Agency (FSA) verfolgte nach dem Brexit einen pragmatischen Ansatz: Sie erstellte eine Liste von CBD-Produkten (etwa 12.000), die vorübergehend verkauft werden durften, und legte eine vorläufige akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) von 10 mg CBD fest. Die EFSA setzte dagegen die Bewertung der Anträge aus – eine regulatorische Lähmung.
Ist die akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) für CBD festgelegt?
Ja. Die britische FSA hat die akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) vorläufig auf 10 mg CBD festgelegt. Damit besteht ein klarer Bezugspunkt für die Sicherheit und die Regulierung des Marktes.
Was ist CBD als Novel Food?
Da für CBD in der EU vor Mai 1997 keine Geschichte des Verzehrs bestand, wurde es als Novel Food eingestuft. Vor dem rechtmäßigen Inverkehrbringen muss daher ein Antrag eingereicht und zugelassen werden.
Welche Folgen hat die regulatorische Lähmung der EU für den CBD-Markt?
Die Folge ist die Entwicklung eines gefährlichen und unregulierten grauen Marktes mit Produkten von zweifelhafter Qualität und verfälschter Zusammensetzung. Dadurch entsteht ein reales Risiko für Verbraucher.